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«Цивилизация: вверх или вниз?» Впечатления участницы проекта

Ergaki_2013-5564Тем, кто владеет немецким языком, интересно будет почитать статью Лизы Штаппер, участницы нашего русско-немецкого молодежного обменного проекта «Цивилизация: вверх или вниз?», который прошел в Красноярском крае в июле этого года. Спасибо Лизе за замечательный текст))

Es geht nach Russland. Nach Krasnoyarsk. „Krasno…was? Muss ich mal googlen.“, „Ihr wollt über Zivilisation diskutieren?“ Fragen und irritierte Blicke verfolgen mich in der Zeit vor der Abreise. So richtig versteht das Konzept des Programms und die Motivation dahinter kaum jemand.

MitOst Hamburg und Interra aus Krasnojarsk machen es möglich. Fast ein Jahr laufen die Planungen für das gemeinsame Projekt und endlich ist es so weit. Fünfzehn Deutsche und fünfzehn Russen begeben sich zusammen auf die Reise. Es heißt, die Zivilisation und all ihre Annehmlichkeiten zurückzulassen. Und wo geht das besser als in den Tiefen der russischen Taiga? Walderdbeeren, Mückenschwärme, Lagerfeuerknistern, Kiefernrauschen, Stöckerknacken, Verständigungsprobleme, Sternenrausch, Druckstellen, fettige Haare, Sommersprossen, Gitarre-Zupfen: wir kommen! Drei Stationen werden wir in den kommenden siebzehn Tagen durchlaufen. Die Wildnis im Ergaki-Nationalpark. Das Dorfleben im provinziellen Bolschaja Retschka. Und zuletzt die pulsierende Großstadt Krasnojarsk. Dabei werden wir Reflektieren und Diskutieren, mit Menschen sprechen, uns Austauschen und im Idealfall wie Springmäuse kulturelle und sprachliche Barrieren überwinden. Klingt gut? Poechali!

Ergaki_2013-5461Vor dem Fenster der Aeroflot-Maschine spannt sich ein blauer Eishimmel und unter milchigweißen Dunstschwaden werden die Feldfetzen langsam größer und die Waldflecken dunkler. Es geht gen Osten. Unsere Gruppe ist ein wilder Mix aus den unterschiedlichsten Leuten: vom Schüler bis zur Doktorandin, von der Schweiz bis nach Hamburg, von 1,55 m bis 1,90 m. „So also sieht Russland aus“, murmelt Ragnar und stirrt aus dem Plastikfensterchen. Regen rinnt die Scheibe herab. „Hm, ich hab echt gar keine Ahnung von diesem Land…“, fügt er hinzu. „Groß!“, schmunzelt er. Einige Stunden später und die nächste aluminiumgraue Maschine bringt uns rumpelnd und schwankend über den wolkenverhangen Ural, der Russland in Westen und Zivilisation und Osten und barbarische Wildnis teilt. Die grellorangenen Kostüme der Stewardessen erinnern an deutsche Müllmann-Trachten und ich frage mich, bei welchen Lichtverhältnisse man sich für ausgerechnet diese Farbe entschied. Es wird über Vegetarismus debattiert und sich gefragt, wie die vier Vegetarier unserer Gruppe die nächsten Wochen wohl zurechtkommen werden. „Myaso ili kuritsa?“, Fleisch oder Hühnchen?, bellt der griesgrämige Steward mit den feinen Gesichtszügen und beantwortet die Frage damit auf seine Weise. Als ich versuche, ihm zu vermitteln, wir hätten einige Vegetarier in unseren Reihen, verfinstert sich sein Blick ins bläulich-schwarze. Nach einer gefühlten Ewigkeit bringt er eine aufgewärmte Aluschale mit Buchweizen. Die Ablagefächer über meinem Kopf ziert ein Schildchen mit „No stowage“. Sicherlich wurden sie von derselben umnächtigten Person entworfen, die auch die orangene Kostümfarbe festlegte. Als wir schmunzelnd unser Handy herausholen, um ein Foto von den grammatikalischen Patzern zu machen, werden wir von den Stewardessen feindselig angestarrt.

In Krasnojarsk treffen wir auf die russischen Teilnehmer. Auch hier ein bunter Menschen-Mischmasch. Von siebzehn bis zweiunddreißig sind alle Altersgruppen vertreten, es gibt Nachwuchsschriftsteller, Yoga-Lehrer, Designer, Kindergärtner, Hiphopper und Philosophen.

Am nächsten Tag rauschen wir vereint in die tiefen Wälder des Ergaki-Nationalparks, der sich südlich von Krasnojarsk in Richtung der mongolischen Grenze befindet. Im Gepäck: säckeweise Makkaroni, die Wunderwaffe Kascha (Brei) in allen möglichen Variationen, kisteweise Fleischtomaten und Gurken, Ängste, Hoffnungen, Mückenspray. Was wird uns erwarten? Von der Stadt ist der Nationalpark nochmal ganze 700 Kilometer entfernt, eine knackige Zehn-Stunden-Fahrt, die uns zuhause fast bis zum Mittelmeer brächte. Sergej erzählt mir zum Zeitvertreib russische Anekdoten. „Sitzt ein Deutscher in einer Aeroflot-Maschine nach Moskau. Kommen zwei Stewardessen mit dem Essenswagen vorbei. „Was wollen Sie essen?“, fragen sie ihn. Darauf der Deutsche: „Was gibt es zur Auswahl?“ „Ja oder Nein.“

Das gute Wetter, das wir so herbeigesehnt haben, ziert sich. Immerhin bricht die Sonne vereinzelt durch die Wolkenschollen am Himmel. Vor dem Fenster ziehen dichte Birken- und Fichtenwälder vorbei. Russische Pop-Musik überreizt die Boxen mit den scheppernden Beats. Wir halten mitten im Nirgendwo an einem schmucklosen Café. Drei sonnenblumengelbe Plumpsklo-Häuschen mit grünen Spitzdächern warten geduckt am Straßenrand. Hinter ihnen erstreckt sich unnatürlich weit eine Hügellandschaft, die von Lichtflecken besprenkelt wird. Nach kurzem Warten fliegen Krautsalate, frittierte Piroshki, mit Hack gefüllte Busy, Pelmeni und süße Nachspeisen auf die roten Plastiktische. Der dickbauchige Besitzer freut sich unbändig über die große, hungrige Truppe. Und dann auch noch Ausländer! Er verteilt Mandarinen und Orangen und trägt übermütig eine ganze Silberplatte voller Prianiki-Lebkuchen zu uns ins Zelt. Dann lässt er sich fotografieren mit der speisenden Meute im Hintergrund und jauchzt: „Damit komme ich in die Zeitung!“ Russland!

Ergaki_2013-5468Es geht weiter. An den Straßenrändern ganze Ketten kleiner Stände mit Einheimischen, die die Diamanten ihrer Gärten darbieten: Aprikosen, Nektarinen, Kirschen. Die Landschaft verändert sich. Der Wald weicht grüner Weite. Gelbe Blumenfelder liegen wie Zierdecken auf den Hängen. Ab und zu sieht man einen spiegelglatten See hervorblitzen. Majestätische Greifvögel kreisen neben dem Bus und die Jungs bekommen große Augen.

Als wir nach einer halben Ewigkeit im Besucherzentrum des Nationalparks ankommen stürzen sich die Mückenschwärme auf uns. Sie bohren sich durch Pullover, kriechen in Nasenlöcher, vereinen in sich russisches und deutsches Blut. Nastja legt sich ihre gesamte Schutzausrüstung an und sieht bald aus wie ein verirrter Imker.

Wir schmeißen allerhand Ideen zum Thema Zivilisation zusammen und bilden vier Kleingruppen: Fortschritt, Konsum, Zivilisationskrankheiten und Entfremdung. Wir sitzen am Lagerfeuer, Sascha zupft die Gitarre, Wanja macht Landstreicher-Klänge auf seiner Mundorgel, Ivan klopft rhythmisch auf seine Minitrommel und Lorenz pfeift melancholisch in eine leere Glasflasche.

Einen Tag später brechen wir in den Nationalpark auf. In gewaltigen, sowjetischen Bollfahrzeugen, die den wohlklingenden Namen „Wepr“ (Wildschwein) tragen, rollen wir gen Wanderpfad. Eingepfercht zwischen hellblauen Glitzervorhängen kommen wir wie eine exklusive Guerillaeinheit daher. Wir staunen über das unwirkliche Panorama von grasigen Hängen und bedrohlichen Bergketten. Bilder, die man sich in deutschen Studentenbuden auf 14-Zoll-Laptops mithilfe der Google-Bildersuche angesehen hat und die sich auf einmal erhebend real vor einem erheben. Alle fünfzig Meter scheinen die Russen stehenzubleiben, um ein heilsames oder köstliches Pflänzchen aus dem Boden zu rupfen. Gekonnt streifen sie durch das Dickicht, um im nächsten Augenblick ein knoblauchartiges Gewächs nach dem nächsten in die Höhe zu recken. Als ich zur Seite schaue, schiebt sich Ivan gerade die unschuldige Spitze eines Tannenzweigs am Rauschebart vorbei in den Mund. Ich staune. „Sehr eiweiß- und vitaminreich!“, klärt er mich auf. Imprägnierte Wanderstiefel und glänzende Gummistiefel machen die Zuordnung zur jeweiligen Nation um einiges leichter.

Ergaki_2013-5478Wir schlagen unser Zeltlager auf, zehn Stunden Busfahrt und mehrere Stunden Fußmarsch von der Zivilisation entfernt. Zieht man den Reisverschluss des Zeltes aus, hat man das Gefühl in ein Gemälde zu fallen: ein spiegelglatter See vor einer gigantischen, schroffen Gebirgsformation, die den tiefen, blauen Himmel förmlich aufzuspießen scheinen. Der Duft von Kiefernnadeln. Wir kochen unser Essen über dem Feuer und trinken Wasser aus dem Fluss. Die Nachbarn berichten, in der Nähe sei eine Bärenfamilie gesichtet worden, die auf der Suche nach „Sgushyonka“ (gezuckerter Kondensmilch) sei. Am letzten Tag beichtet uns Ivan, der die Essensrationen in seinem Zelt wahrt, richtig ruhig schlafen habe er erst können, nachdem wir das letzte Päckchen der klebrigen Milch verputzt hatten. Wir unternehmen Tageswanderungen, treiben unsere Projektarbeit voran, spielen wilde Spiele, kultivieren das Fett unserer Haare und verbringen grandiose Abende am Lagerfeuer unter explosivem Sternenhimmel. Über unseren Köpfen fährt der „Große Wagen“. Die Russen sehen an derselben Stelle die „Medveditsa“, die Bärin. Kultureller Austausch in der Wildnis.  Abends werden deutsche Schwächen offenbar: mit Inbrunst tragen die russischen Teilnehmer selbstgeschriebene Gedichte vor und rezitieren Puschkin im Chor. Sie schmettern Volkslieder und melancholische Balladen. Wir schauen uns fragend an und verkaufen „Hoppe, hoppe Reiter“ als Gedicht.

Es geht weiter in das malerische Dorf „Bolschaja Retschka“, Großer Fluss, das völlig abgelegen in den bewaldeten Bergen der Taiga liegt. Sechzig braungebrannte Arme und von Mückenstichen zerbeulte Beine springen aus den Kleinbussen in den Staub der Dorfstraße.

Ergaki_2013-5561Zweihundert Menschen wohnen hier. Wobei das Dorf im Sommer wächst wie angeschwollene Füße: Enkel strömen für die dreimonatigen Sommerferien vorbei, gestresste Städter nehmen sich Urlaub und besuchen ihre Verwandten. Das Leben plätschert gemächlich vor sich hin: Babuschkas mit Kopftuch sitzen auf Holzbänken vor dem Haus, träge Hunde und blinzelnde Katzen aalen sich in der Sonne, Ziegen blöken, Schweine schleppen ihre wanstigen Bäuche über die „Lenin-Straße“, das Handy findet kein Netz.

Unsere Gruppe bezieht den blau getünchten Sportsaal der Dorfschule. Hier kommen zehn Lehrer auf vierzehn Schüler, um das vom vier Zeitzonen entfernten Moskau vorgegebene Schulprogramm pflichtbewusst in die Tat umzusetzen. Aljoscha besucht die 8. Klasse ganz alleine. Ohne Auto kommt man hier nur drei mal in der Woche ins Nachbardorf. Wir stellen unsere Zivilisationsfragen und staunen. Der 15-jährige Sascha macht eine Pause vom Holzhacken und erzählt, Internet hätten sie nicht und bräuchten sie nicht. Er sei hier geboren und würde nirgendwo anders leben wollen. Einen Fernseher gäbe es zwar, aber er sei lieber am Fluss zugange.

Ergaki_2013-5801Was treiben die Menschen hier? Es gibt eine Ärztin, einen umtriebigen Mann, der „Valenki“, russische Filzstiefel, fertigt, einen Goldschmied, Alexander, der Jagden organisiert. Die Stimmung im Dorf ist schwer zu fassen und die Bewohner widersprechen sich in ihren Antworten. Es gebe keine Dorfgemeinschaft, Trinker und die Jugend habe nichts zu tun, sagen die Einen. Die Luft sei ein Traum, die Menschen würden einander helfen, alles, was man brauche, sei in der Nähe, alles, was man nicht brauche, sei weit weg, sagen die Anderen. „Im Dorf kann man Überleben, aber nicht Leben. In der Stadt kann man zwar gut Leben, aber nicht Überleben.“, philosophiert die Schulleiterin mit der stolzen Sammlung von Goldzähnen. Im Dorf sei man von niemandem abhängig und könne sich auch in schwierigen Zeiten irgendwie selbst versorgen. Dafür fehlten vielleicht Zerstreuung und die süßen Annehmlichkeiten des Stadtlebens. In den Metropolen dagegen könne man sich zwar wunderbar die Zeit vertreiben, dafür sei man selbst nicht mehr überlebensfähig und geriete schnell unter die erbarmungslosen Räder der Zivilisation. Und dann sitze man da, unter der Brücke im Winter, und wisse nicht, wie man ein Feuer entzündet und das wars.

Ergaki_2013-6413Wir verbringen unsere Zeit im Dorf mit Angeln, Banja, Plantschen, Walderdbeeren-Pflücken und süßem Nichtstun. Die Gastfreundlichkeit der Dorfbewohner ist überwältigend. Da ist Alexander, der für uns Gitarre spielt und uns auf seinem Quad wie ein Sheriff durch das Dorf kutschiert, Katja, die uns Blinis backt und mit Birken-Kvas verköstigt, da ist der Valenki-Meister, der uns sein Handwerk präsentiert, da sind die beiden grauhaarigen Schwestern, die uns in die Kunst der Birkenrinde-Gemälde einführen.

Zwei Geschäfte gibt es. Wir steigern den Umsatz um 500% und bringen sicher das Warenangebot der nächsten zwei Monate komplett durcheinander. Nach den Tagen in der Abgeschiedenheit ist die Lust auf Limo, Bier, Kekse, Schokolade und Eis besonders groß. Die Zivilisation streckt uns den kleinen Finger hin und wir greifen ihn begierig.

Mit roten Fingern vom Walderdbeerpflücken und verbrannten Schultern und Nasen steigen wir in den Bus, der uns zurück in die große Stadt bringen soll. Handynetz, Anonymität, Straßenlaternen, Abgase, Absatzklackern auf Asphalt, der Duft von gebratenem Fett, tausend Versuchungen und Verheißungen, ein Gesichtermeer, Reklameschilder, Möglichkeiten über Möglichkeiten, ratternde Metros, Straßenschluchten. Im Bus träumt jeder für sich von irgendwas, das er vermisst hat. Rollt wieder zurück gen Alltag. Schon jetzt hat man das Gefühl, die Stadt wird die Gruppe auseinanderziehen, an einem jeden zerren. Das Gemeinschaftsgefühl wird sich ermüdet und ausgelaugt verabschieden. Oder doch nicht? Die Vorstellung, vom Internet unsanft nach hause geschleudert zu werden, behagt mir nicht. Ohne es zu wollen, wird man sich dabei ertappen auf einmal an die Bewerbung von letztem Monat oder daran, wie der Exfreund gerade Cocktails am Strand von Bali schlürft, zu denken, während man an der Lenin-Statue vorbeischlurft. Deshalb beschließe ich, meine Mails erstmal gepflegt zu ignorieren und zu Hundert Prozent mit den Gedanken in Russland zu bleiben.

Ergaki_2013-6367In Krasnojarsk sind wir in Gastfamilien untergebracht. Mein Gastvater besteht vehement darauf, auf dem Balkon zu schlafen, damit ich meinen wertvollen, deutschen Rücken weich betten kann. Ich bestehe darauf, auf dem Boden schlafen zu dürfen. Ich gebe nach. So geht es zeitgleich in vielen anderen Wohnungen zu, wo Russen und Deutsche diskutieren, wer die Ehre hat, im Bett zu schlafen. Als mein Gastvater erfährt, dass ich aus Bremen komme, leuchten seine Augen wie Rubine. „Dann müssen wir augenblicklich zum Denkmal!“ Stolz präsentiert man mir eine Statue, die die unsere in Bremen bei weitem überragt. Ein gitarrespielender Hippie ist in steinerner Pose zum ewigen Trällern verdammt. Neben ihm Esel, Hund, Katze und Hahn. Ich staune! Zurück zuhause landen wir kurzerhand auf dem winzig kleinen Sofa, es gibt den allabendlichen Tee und eine verlockende Auswahl an Gebäck. Wir schauen die sowjetische Version der „Bremer Stadtmusikanten“, die ungefähr jeder Opa vom Lande, jeder trotzige Großstadt-Teenie und jeder streunende Hund in Russland zu kennen scheinen.

Am nächsten Morgen treffen sich alle duftend, rasiert und geschminkt im Zentrum der Stadt wieder. Olga hat sich zu einer Stadtführung bereit erklärt und gemeinsam schlendern wir über die belebte Hauptstraße. Die musikalische Beschallung aus den Lautsprechern, die fünfzig Sorten Eis, die alle hundert Meter zur Auswahl stehen, die vielen vorbeieilenden Gesichter. Ich bin etwas überfordert und fühle mich gleichzeitig pudelwohl. Sich treiben zu lassen in der Anonymität einer Großstadt, ungeniert zu beobachten und die tausend Reize wie ein Schwamm aufzusaugen, hat definitiv etwas für sich. Aber Stadt – das bedeutet auch, dass die Bande der Verantwortung und Verbindlichkeit, die uns in Ergaki so fest zusammenschnürten, nun lose hinabbaumeln. Es bilden sich Grüppchen. Man geht seinen eigenen Bedürfnissen nach und plant den Tag nun allein.

Wir nutzen die letzten Tage für die Fertigstellung unserer Projekte, reißen Omas im Stadtpark mit unserer Fragerei aus ihrem Dämmerzustand und hämmern eilig die letzten Daten in die Computer der Stadtbibliothek. Der letzte Abend rückt näher und vielen wird es schwer ums Herz. Drei Wochen können so lang und so kurz zugleich sein, auf jeden Fall verlaufen sie außerhalb der üblichen Zeitrechnung, das scheint klar.

Ergaki_2013-6164Tränen und Geschenke, wehmütige Gedanken über den Wolken. Im Zug zurück nach Hamburg kauen Tobi, Lorenz und Ragnar auf russischen Süßigkeiten herum und spielen eine Runde Durak nach der nächsten. Zeitgleich summt in Krasnojarsk sicher jemand „Theo, spann den Wagen an“.

Bedeutet die Zivilisation denn nun Segen oder Fluch für uns Menschen? „Was habt ihr nun schlaues herausgefunden auf eurem Selbstfindungstrip in den Bergen?“, werde ich gefragt als ich wieder in ein deutsches Gouda-Brötchen beiße. Tja, denke ich. Vor meinem geistigen Auge rattert ein schillernder Film ab. „Hat alles seine Vor- und Nachteile.“, sage ich und gucke gedankenverloren in die Luft.

Текст Лизы Штаппер
Фотографии Клауса Бица

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4 Comments

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